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Queerreferat Uni Augsburg – Yesterday, Today and Forever

Von manchen als das „aktivste“ unter den Referaten bezeichnet, von manchen auch als kuriose Ansammlung aus bunten Leuten betitelt, die die ebenso ungewöhnlichen Balls of Pleasure rollen lassen oder ominöse Outklärung betreiben. Dabei wissen die wenigsten, dass sich im Referat engagierte Studierende befinden, die nicht nur zusammensitzen oder über die noch kleine queere Szene in Augsburg konferieren, sondern auch tatsächlich sämtlichen queerpolitischen Belangen im studentischen Leben nachgehen. Ansprechpartner und gewählte Vertreter des Referats sind die beiden Studenten Thomas Eber und Jana Huber, die sich um die queeren Belange auf dem grünen Campus der Uni und darüber hinaus kümmern.

Fest verankert im Programm ist der zweiwöchentlich stattfindende Queer Uni Treff, bei dem sich regelmäßig eine Gruppe von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und weiteren Vertretern des bunten Lebens zusammenfindet und sich in freundschaftlich-entspannter Atmosphäre zu Bier oder Prosecco austauscht. Dabei ist jeder willkommen, gleichgültig seinen Interessen, seinem Alter oder seiner sexuellen Präferenzen.

Beim bereits erwähnten Balls of Pleasure handelt es sich in Wirklichkeit weniger um Liederliches, sondern vielmehr um einen Spezialtreff des Uni Treffs im Bowling Center, wo die queers unter Beweis stellen, dass sie nicht nur im Handtaschenweitwurf den Highscore knacken. Und weil gerade Vorurteile und Klischeevorstellungen noch tief in den Köpfen der heteronormativen Gesellschaft verankert sind, findet die Outklärung statt, ein Projekt für Toleranz und Akzeptanz an Augsburger Schulen. Dabei erfahren die Teenager von tatsächlich betroffenen Schwulen, Lesben und Bisexuellen, wie es sich anfühlt, in eine sexuelle Minderheit zu fallen. Jede den Referent(inn)en gestellte Frage wird beantwortet, teils Fragen von mehr oder weniger interessierten Schülern, teils sehr oft von selbst Betroffenen. Im schulinternen Rahmen fallen auch diverse Aktivitäten an, wie Diskussionsrunden zu Diskriminierungen, zum „Balanceakt Leben“, Workshops zu diversen Themen wie „Liebe und Partnerschaft“ und „Homosexualität und Religion“ – alles relevante und brisante Gebiete, zu denen in queeren Kreisen Stellung genommen werden muss. Ferner bietet man den Mitgliedern des Referats Schulungen an – vielleicht passt hierbei der Begriff „Schwulung“ besser – die darauf abzielen, ihre Interaktion mit Schülern in diesen heiklen Gebieten zu verbessern.

Für den interessierten Studierenden ist es übrigens leicht, das Schwulenreferat zu finden: Das Queere Brett neben der alten Cafete zeigt aktuelle Belange und Events und die Homopage im Internet gibt dem Betrachter ein durchaus vollständiges Bild von unserer Arbeit und von aktuellen Belangen und Events. Weitere Informationen gibt es auch auf der Facebook-Seite des Schwulenreferats. 

Bringt uns der Sommer abendliche Wärme, so wird mit Beefsteak at Beeflake ein würziges Grillabenteuer am Kuhsee unternommen; wird es frisch, so ist jedermann bei Queer as Film eingeladen, wenn in der Uni ein interessanter (und ganz und gar nicht liederlicher) Film mit LGBTTIQ-Inhalten gezeigt wird und sollte es verlangt werden, dann können auch die schon erwähnten Balls of Pleasure wieder einmal gerollt werden!

Das Schwulenreferat wird auch im Sommer wieder von seiner aktivsten Seite zeigen (obgleich es durchaus passive Mitglieder gibt ;), wenn es darum geht, bei der Initiativenstraße präsent zu sein: Es ist geplant, die beliebten Genderbread People auf dem Campus zu verteilen; lebkuchenartige Naschereien, die anhand weniger Erklärungen und vielseitiger Verzierungen die sexuelle Vielfalt der hetero-, homo-, bi-, trans- und pansexuellen Ausprägungen unter den Menschen erläutert.

Wenn es Fragen gibt, so weiß der interessierte Betrachter nun, wo er uns findet und wir freuen uns natürlich über Zulauf, Meinungen, Unterstützung und alles, was hilft und gefällt!