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Das Referat für Gender und Gleichstellung stellt sich vor:

Feminism has never just been about liberating women from men, but about freeing every human being from the straitjacket of gender oppression.” 
― Laurie Penny

Man könnte meinen, der Feminismus hat zumindest in Deutschland in Sachen Gleichstellung alles erreicht und ausgedient. Frauen und Männer dürfen gleichermaßen wählen, arbeiten oder ihre Meinung äußern. Auch das deutsche Grundgesetzes versichert eine aktive Gleichstellungspolitik, die durch „die Beseitigung bestehender Nachteile" die „tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung“ zu erwirken versucht (Art. 3 Abs. 2 Satz 2 GG).

Und dennoch: Uns begegnet Sexismus andauernd im Alltag. Geschlechtsneutrale Erziehung ist in deutschen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen nicht vorgesehen. Der Junge, der ausgelacht wird, weil er gerne mit Puppen spielt. Die Schülerin, die aussieht wie ein Junge und von ihren Klassenkamerad*innen gemobbt wird. Oder der Student, der erklären muss, warum er Pädagogik - einen „Weiberstudiengang“ studiert. Und warum müssen wir uns immer anhand dieser Gespenster des immer potenten starken Mannes und der grazil-attraktiven jungen Frauen, die nicht nur in der Werbung das Ideal sind, beurteilen lassen?

So heißt es auch im Grundgesetz: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt," (Art. 3 Abs. 2 Satz 1 GG). Es wird die Kategorie Gender als Dualität aus Mann und Frau konstruiert. Transgender, Cisgender, und die Möglichkeit weiterer Gender werden kategorativ ausgeschlossen. Auch dies kann Bestandteil feministischer Kritik sein, da hier eben nicht nur sprachliche Diskriminierung stattfindet: Sollen denn diese starren Geschlechterrollen des männlichen Mannes und der fraulichen Frau für immer die Realität bestimmt?

Stellt man sich der Aufgabe, die Frage nach Gleichstellung aller Gender mit gesellschaftlicher Wirklichkeit abzugleichen, steht man vor einem ungemein komplizierteren Problem, dessen Notwendigkeit es ja meist aus eben jenem zu argumentieren gilt. Einer feministischen Kritik geht damit bereits ein erkenntnistheoretischer Diskurs voraus und beeinflusst die verschiedenen gendertheoretischen Theorien in all seinen Ausprägungen und Argumenten.

Dem Diskurs über gesellschaftliche Konstruktionen von Geschlechtern und kulturelle Geschlechterkonventionen stellt sich das Referat für Gender und Gleichstellung und möchte sich dazu gemeinsam mit Euch beschäftigen. Als Referat sehen wir uns in feministischer Tradition und erweitern unser Arbeitsfeld in der Auflösung von binären Geschlechtstoppositionen und den damit einhergehenden Hierarchien.

Im Sommersemester 2016 haben wir wieder einige interessante Veranstaltungen für euch. Wenn ihr unserer Arbeit folgen möchtet, schreibt uns doch einfach oder folgt uns auf unserer Facebookseite.

Euer Referat für Gender und Gleichstellung,

Marie Mittel, Felix Baumann und Teresa Heintz

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