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Anwesenheitspflicht

Anwesenheitszwang: Was tun?

Das bayrische Hochschulgesetzt schließt Anwesenheitspflichten aus. Trotzdem wird von vielen Dozierenden die Anwesenheit vorausgesetzt.

Dass die Vergabe von Leistungspunkten an eine "körperliche Anwesenheit" geknüpft ist, findet der AStA sehr problematisch und ist auch rechtlich seltenst haltbar.

Warum lehnen wir den allgemeinen Anwesenheitszwang ab?

Für uns steht der Anwesenheitszwang im Widerspruch zu einem selbstbestimmten Studium als individuelle Bildungsphase. Das Studium soll für jede*n die Möglichkeit bieten, so zu lernen, wie es für ihn oder sie am geeignetsten ist. Egal ob in Vorlesungen oder einem Seminar, im Selbststudium in der Bibliothek oder in selbstorganisierten Lerngruppen. Der Anwesenheitszwang in Lehrveranstaltungen ist eine Einschränkung der Studierfreiheit.

Zusätzlich beschränkt der Anwesenheitszwang die Möglichkeiten von Studierenden, unabhängig von ihrer sozialen & ökonomischen Situation zu Studieren. Nebenjobs, um das notwendige Geld für das Studium zu verdienen, und ehrenamtliches Engagement müssen an die Veranstaltungszeiten an der Hochschule angepasst werden.

In Bayern gibt es keine Anwesenheitspflicht !

Vor allem bei Vorlesungen ist grundsätzlich keine Anwesenheitspflicht vorgesehen. Die Verweigerung eines Leistungsnachweises aus Gründen der Nicht-Anwesenheit würde einer rechtlichen Überprüfung nicht standhalten.

Sollten eure Dozierenden trotz allem eine Anwesenheitspflicht verlangen, verweist auf diese Stellungnahme und das Schreiben des Kultusministeriums : http://www.asta.uni-augsburg.de/de/Downloads/Anwesenheitspflichten.pdf

Welche Ausnahmen sind gültig ?

Um zur Not selber entscheiden zu können ob eine Anwesenheit gerechtfertigt ist, hier eine kurze Erklärung zu der offiziellen Regelung:

Da alle Prüfungsordnungen vom Ministerium überprüft werden, sind diese meistens fehlerfrei. Dagegen sind die Modulhandbücher fast nie formkorrekt. Das ist aber keine so schlechte Nachricht, da sich die Dozierenden dann nicht auf das Modulhandbuch berufen können.

Sollte trotz allem, alles korrekt ablaufen, so ist es sinnvoll bei wiederholtem Fehlen ein ärztliches Attest einzuholen. Denn das kann dazu führen, dass sich die Maximalstudienzeit verlängert, weil man dann beweisen kann, nicht die Möglichkeit gehabt zu haben, die Kurse wie die anderen Studierenden zu besuchen.


Die Freiheit des Studiums muss ständig erneut erkämpft werden, das merkt man immer wieder bei Gesprächen mit Bildungspolitiker*innen. Die Anwesenheitspflicht wurde uns auch nicht geschenkt, sondern durch den Druck der Bildungsproteste 2009 abgeschafft. Wird die Freiheit des Studiums nicht gelebt, wird die rechtliche Situation vielleicht bald der Praxis angeglichen.